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DYNA Grip<sup>®</sup> Schrägseile für neue Ziegelgrabenbrücke

DYNA Grip® Schrägseile für neue Ziegelgrabenbrücke

Ziegelgrabenbrücke, 2. Strelasundquerung, Stralsund – Insel Rügen, Deutschland

Die bisher einzige Straßenverbindung vom Festland auf die Insel Rügen führt bei Stralsund zweistreifig über den so genannten Rügendamm und überquert den Ziegelgraben mit einer mehrmals am Tag geöffneten Klappbrücke. Besonders in den Sommermonaten sind stundenlange Staus, vor allem an den Wochenenden die Folge, welche die touristische Entwicklung der Insel Rügen und des gesamten Wirtschaftsraumes behindern.

Deshalb soll mit der zweiten Strelasundquerung im Zuge des so genannten Rügenzubringers zwischen der Ostseeautobahn A 20 und der Stadt Bergen dieses Nadelöhr beseitigt werden. Dieses Projekt zeichnet sich durch seine besondere Komplexität aus, da neben den planungsrechtlichen Randbedingungen besondere Anforderungen aus der Umwelt und dem Umfeld zu berücksichtigen sind.

Die Gesamtheit dieser Randbedingungen definierte die ingenieurtechnische Aufgabenstellung insbesondere für das Schlüsselbauwerk, die stützenfreie Querung des Ziegelgrabens in 42 m Höhe mit ca. 200 m Spannweite. Die mehrstufigen Vorplanungen für den 4.100 m langen Streckenabschnitt mit der Machbarkeitsstudie, der Linienfindung, der Planfeststellung und dem RAB-BRÜ-Entwurf wurden im Auftrag des Bundes durch die DEGES und das Land Mecklenburg- Vorpommern betreut. Aus ingenieurtechnischer Sicht bemerkenswert ist der insgesamt 2.830 m lange Brückenzug, eine der längsten Straßenbrücken in Deutschland, der zum größten Teil über die Wasserflächen der Ostsee führt, zum kleineren Teil über dicht bebautes Gelände.

Für die bei Spannweiten ab 150 m konkurrierenden Bauweisen der Bogen-, Balken- und Pylonbrücke wurden Vorentwürfe erstellt und nach technischen, funktionalen und wirtschaftlichen Kriterien bewertet.

Dabei wurden sie mit Hilfe von Visualisierungen auf ihre gestalterisch/städtebauliche Wirkung am vorgegebenen Standort hin untersucht, eine für solche Fälle unverzichtbare Planungshilfe. In den weiteren Schritten wurde letztendlich die Version einer Brücke mit einem Pylon optimiert und der gesamte Brückenzug durchgebildet. Die Schrägseilbrücke über dem Ziegelgraben wurde hierbei mit einer Gesamtlänge von 583 m und einer Hauptspannweite von 198 m konstruiert. Der 16 m breite Stahlüberbau wird in zwei Seilebenen von harfenförmig angeordneten Schrägseilen vom 128 m hohen Pylon abgespannt.

Ursprünglich waren voll verschlossene Seile geplant und ausgeschrieben. DSI nutzte für ihr Angebot die ausdrückliche Zulassung von Nebenangeboten mit Litzenbündeln. Die Schrägseile bestehen aus Bündeln von jeweils 34 hochwertigen, mehrfach korrosionsgeschützten einzelnen Spannstahllitzen, die in ein HDPE Hüllrohr mit einem Durchmesser von 180 mm gezogen werden. Ihre Verankerung erfolgt mit DYNA Grip® Verankerungen Typ DG-P 37.

Dieses Verankerungsverfahren erlaubt, zukünftig jede einzelne Litze gesondert zu inspizieren. Darüber hinaus ist ein Austausch einer einzelnen Litze, falls nötig, möglich, ohne das gesamte Schrägseil zu beeinträchtigen. Die DYNA Grip®

Verankerungen erfüllten die im Anforderungskatalog genau beschriebenen Eignungs- und Güteprüfungen nach den neuen fib-Richtlinien erfolgreich und genügen den höchsten Anforderungen an die Qualitätssicherung. Nach nur 3 Jahren Bauzeit soll die neue Rügenbrücke im Sommer 2007 dem Verkehr übergeben werden.

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