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Das Wiltern Center-Parkhaus: Erstanwendung des DYWIDAG Ductile Connector-Systems (DDC) in Kalifornien

Das Wiltern Center-Parkhaus: Erstanwendung des DYWIDAG Ductile Connector-Systems (DDC) in Kalifornien

Im Mai 1996 wurde das Wiltern Center-Parkhaus fertiggestellt, ein viergeschössiges Gebäude im Zentrum von Los Angeles. Es ist die erste Realisierung für ein revolutionär neues Betonfertigteilsystem, das Erdbeben katastrophalen Ausmaßes weitgehend ohne Schäden überstehen soll. Hierbei werden dem Architekten und dem Bauherrn funktionelle und ästhetische Freiheit gelassen. Von der Idee einer duktilen Verbindung bis zur Entwicklung eines neuen Fertigteil (FT)-Rahmens und schließlich zur endgültigen Ausführung des Bauwerks benötigte die vollständige Entwicklung dieses ehrgeizigen Projekts weniger als vier Jahre. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Planungsgesellschaft, Architekten und Baufirma konnte dieses Projekt erfolgreich ausgeführt werden.

Die DYWIDAG-Duktile Verbindung (DDC = DYWIDAG ductile connector®) ermöglicht es, FT-Betonträger mit FT-Stützen zu verbinden. Sie vereinfacht das Bauen und verbessert gleichzeitig das Erdbebenverhalten. Mit DDC können alle Verbindungen (Träger mit Stütze, Stütze mit Gründung) die Biegefähigkeit und Hysteresis­Eigenschaften einer gleichwertigen monolithischen Verbindung entwickeln. Das Hauptelement der Verbindung ist ein Stab aus hochwertigem Stahl, in dem das ganze plastische Verformungsverhalten stattfindet und somit den Träger und die Stütze vor möglichen Schäden schützt. Die erforderliche Lastaufnahme aus den plastischen Verformungen erfolgt gänzlich durch die anderen Komponenten der Verbindung. Versuche an der Universität von Kalifornien, San Diego, haben gezeigt, daß die DDC-Verbindung fähig ist, eine relative Geschoss-Verschiebung von über 4% ohne größeren Festigkeitsverlust aufzunehmen.

Das Wiltern Center-Parkhaus besteht aus vier Etagen mit je 64x58m Fläche für eine Gesamtfläche von 14.900m2. Acht duktile Rahmen wurden gleichmäßig über jeder Flachdecke verteilt. Das ganze Tragsystem besteht aus Standard-Betonfertigteilen, die außerhalb der Baustelle hergestellt wurden. Die Montage bestand einfach darin, die Träger mit den Stützen zu verschrauben.

Das Bauverfahren war einfach. Das Setzen der FT-Stützen erfolgte mit Hilfe von ausbaubaren Führungen, die wiederum mit den im Fundament eingebauten duktilen Stäben verbunden waren. Mit Unterlagscheiben wurden die Stützen in der gewünschten Höhe fixiert, dann wurden die Schrauben manuell festgezogen. Wenn die Stützen an ihrem Platz waren, wurden die FT-Träger in ihre Position gebracht. Zwei Schrauben an der Unterseite des Trägers wurden mit einem kalibrierten Drehmomentenschlüssel angezogen, sobald der Träger in der richtigen Lage ausgerichtet war. Die Montagezeit betrug für jeden Rahmen zwischen 5 und 8 Stunden, so daß das ganze Betonfertigteilsystem nur 16 Arbeitstage für den Aufbau benötigte. Es war nicht erforderlich, das Bauwerk neu auszurichten, aber das System hätte es ermöglicht.

Die erfolgreiche Erstellung des Wiltern-Parkhauses, die den einfachen Aufbau und die Wirtschaftlichkeit des Prototyps mit DDC-Verbindung zeigte, ist der erste wichtige Schritt bei der Markteinführung des neuen Fertigteilsystems. Dieses ist nicht nur für Parkhäuser, sondern auch für viele Arten von Hochhäusern verwendbar. Das Projekt erhielt 1996 die Auszeichnung „Harry H. Edwards Industry Advancement Award“.

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