DYWIDAG-SYSTEMS INTERNATIONAL
Klicken zum Vergrößern

Sprache

DSI liefert Monolitzenspannsysteme für erste Straßenbrücke der Welt aus Ultrahochleistungs-Beton

DSI liefert Monolitzenspannsysteme für erste Straßenbrücke der Welt aus Ultrahochleistungs-Beton

Im Jahr 2008 begannen die Bauarbeiten an einem besonderen Brückenprojekt in der Nähe des Ortes Völkermarkt in Kärnten, Österreich: der Wild-Brücke. Die neue Brücke entlastet den Ort vom Schwerlastverkehr des ortsansässigen Optomechatronik-Unternehmens Wild.

Die Wildbrücke ist weltweit die erste Straßen-Bogenbrücke, die in UHPFRC-Bauweise (Ultra High Performance Fibre Reinforced Concrete / Ultrahochleistungsbeton) gebaut wurde. Auf Grund eines wesentlich kompakteren Korngefüges des Ultrahochleistungsbetons im Vergleich zu Normalbeton und der daraus resultierenden höheren Dichtigkeit können Bauelemente besonders schlank und leicht konzipiert werden. Die höhere Dichtigkeit und das kompakte Korngefüge des UHPFRC ergeben sich aus einem sehr hohen Anteil an feinen und feinsten Zuschlagstoffen, die in ihrer Korngröße so aufeinander abgestimmt sind, dass sie Hohlräume zwischen den größeren Körnern optimal ausfüllen.

Die ca. 157 m lange Wildbrücke besteht über der Hauptöffnung aus einem vorgespannten UHPFRC-Segmentfertigteil-Sprengwerkbogen mit Hohlkastenquerschnitt und lediglich 6 cm Wandstärke. Beim Bogen der Brücke wurde die Betongüte C 165/185 eingesetzt. Die filigrane Brückenkonstruktion überspannt mit zwei parallelen Einzelbögen, deren Stützweiten jeweils fast 70 m betragen, das Mühlgraben-Tal in ca. 40 m Höhe.

Beide Brückenbögen bestehen aus jeweils sechs bis zu 16 m langen Stäben und aus 8 Knoten in den Knickpunkten. Die Fertigteile wurden im Werk erstellt und die Stäbe mit den Knoten verbunden. Für die externe Montagevorspannung zwischen Stäben und Knoten wurden im Werk DYWIDAG-Monolitzen der DSI Österreich eingebaut, die nach der Hauptvorspannung und dem Einklappen der Bögen wieder entspannt wurden.

Auf der Baustelle wurden die UHPFRC-Fertigteile für die Brückenbögen im Segmentklappverfahren zu jeweils drei Segmenten pro Bogenhälfte verbunden und mit externen DYWIDAG-Monolitzenspanngliedern stabilisiert, die im Hohlraum der Segmente verlaufen.

Die Monolitzen wurden in den so genannten „Knieknoten“ in einbetonierten, sattelartig geformten Stahlhüllrohren umgelenkt. Im ersten Segment wurden 28, im zweiten 24 und im dritten 20 Monolitzen so über den Umfang verteilt, dass eine zentrische Vorspannung im Bogentragwerk entstand.

Die Spannglieder wurden mit Hilfe eines Turmdrehkranes von oben eingefädelt und gleichzeitig von unten mit Einzugsseilen gezogen. Erschwerend für den Installationsprozess waren hierbei die engen Platzverhältnisse im Inneren des Bogens, um die scheitelübergreifenden Spannglieder mittels Umlenkung zu spannen.

Die richtige Einfädelung der Monolitzen während der Montage der Segmente war aufwändig, da die DSI-Monteure nicht in den Bogen klettern konnten. Während der Montage musste beachtet werden, nicht an den Knoten beim Stahlrohr der Umlenkung hängen zu bleiben oder sogar den PE-Mantel der Litzen zu verletzen. Die DSI-Techniker vor Ort entschieden sich schließlich für den Einsatz so genannter Einziehschnüre mit einer Gesamtlänge von ca. 4.800 m. Diese Einziehschnüre wurden vorab eingebaut und mit einem Kordelstopper straff gespannt und fixiert, so dass die Segmente schnell gekoppelt werden konnten.

Nach dem Einführen wurden die Litzen von oben mit Spannpressen vorgespannt. Die Monolitzenspannglieder können auch nach Fertigstellung der Brücke zu jedem Zeitpunkt einfach ausgetauscht werden.

DSI lieferte und installierte für dieses besondere Projekt insgesamt 144 externe DYWIDAG-Monolitzenspannglieder, 6-1 (150 mm²). Zudem entwickelte DSI spezielle Verankerungsköpfe, die im Vorfeld im Versuchslabor der TU Graz erfolgreich getestet wurden.

Die erste Straßenbrücke der Welt aus Ultrahochleistungs-Beton wurde Ende August 2010 fertiggestellt und hat bereits drei Auszeichnungen erhalten.

dsi map overlay