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DYWIDAG-Spannsysteme sichern Eisenbahnbrücken im Rahmen der Hochgeschwindigkeitsstrecke Brüssel - Köln

DYWIDAG-Spannsysteme sichern Eisenbahnbrücken im Rahmen der Hochgeschwindigkeitsstrecke Brüssel - Köln

Belgien nimmt aufgrund seiner geographischen Lage eine zentrale Position im Ausbau des nordeuropäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes (HSL) ein. In Brüssel kreuzen sich seit jeher die wichtigen europäischen Eisenbahnlinien des Eurostar nach London mit den Strecken Paris - Amsterdam und Paris - Köln.

Die europäischen Richtlinien sehen vor, dass neue Hochgeschwindigkeitsstrecken für Geschwindigkeiten von mindestens 250 km/h gebaut werden. Durch den Neubau derartiger Strecken werden europäische Zugverbindungen erheblich kürzer. So verkürzt sich die Reisezeit z.B. zwischen Amsterdam und Paris um mehr als 1 Stunde, die Strecke Amsterdam - London kann in 3-3/4 Stunden zurückgelegt werden, und nach Barcelona reist man per Zug sogar nur noch 7 Stunden. Somit bieten die Hochgeschwindigkeitszüge eine konkurrenzfähige Alternative zum Straßen- und Luftverkehr und leisten damit einen erheblichen Beitrag zur Entlastung der Umwelt.

Im Jahre 1990 beschlossen die belgischen Behörden, Hochgeschwindigkeitsstrecken (HSL) im Land zu bauen. Hierfür wurden 3 Strecken als sinnvoll erachtet: die westliche Linie von der französischen Grenze nach Brüssel, die nördliche Linie von Brüssel zur holländischen Grenze und die östliche Linie von Brüssel zur deutschen Grenze. Insgesamt besteht das belgische Bahnprojekt aus 314 km Hochgeschwindigkeitstrassen, wobei 200 km neu gebaut werden und für Höchstgeschwindigkeiten von 300 km/h ausgelegt sind.

Die Überquerung der Hochebene von Herve, östlich von Liège mit seinem neuen, von Santiago Calatrava entworfenen TGV Bahnhof, stellte hohe Ansprüche an die Bauausführung. Die Streckenführung verläuft hier entlang der Autobahn E40 durch viele kleine Dörfer und kreuzt eine Anzahl wichtiger Straßen in einer stark besiedelten Umgebung. Daher waren unterschiedliche Bauwerke notwendig:

Neben Tunneln in Deckelbauweise, offenen Tunneln und Unterführungen auch 4 Viadukte mit einer Gesamtlänge von fast 2,5 km: bei José (422 m), bei Herve (459 m), bei Battice (1.226 m) und bei Ruyff (312 m). Zum Bau dieser vier Viadukte bildeten DYWIDAG-Systems International und Freyssinet Ende 2002 eine Arbeitsgemeinschaft. Alle Viadukte bestehen abwechselnd aus Durchlaufträgern und Einfeldträgern und wurden aus Spannbetonfertigteilen erbaut.

Zuerst wurde das Ortbeton-Fundament der V-förmigen Brückenpfeiler gegossen und im Boden verankert. Anschließend wurden darauf parallel hintereinander jeweils die beiden vorgefertigten, vorgespannten V-Schenkel montiert und im nachträglichen Verbund durchgehend mit dem Fundament vorgespannt. Je zwei parallele V-förmige Brückenpfeiler wurden mit zwei parallel liegenden, 2,6 m hohen und ca. 200 t schweren vorgespannten U-Trägern verbunden.

Danach wurden die äußeren U-Träger auf die V-Schenkel gehoben und der Durchlaufträger vorgespannt. Diese parallel liegenden Durchlaufträger bilden letztendlich die Auflage für die 3,4 m breiten Betonplatten für die Führung der Eisenbahnschienen. Zwischen den Feldern aus Durchlaufträgern wurden vorgespannte einfeldrige U-Träger eingebaut. Dieses spezielle Bauverfahren forderte von allen Beteiligten viel Disziplin.

Da die Bauteile in verschiedenen Werken vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengefügt wurden, musste eine exakte Passgenauigkeit gewährleistet werden. Sorgfältige Planung und Vermessung sowie eine minutiöse Ausführung und Qualitätskontrolle machten dies möglich. Das technische Know-how aller erfahrenen Mitarbeiter trug wesentlich zum Gesamterfolg dieses Bauvorhabens bei. So konnte dieses Teilstück der neuen HSL Verbindung Brüssel - Köln Mitte 2005 erfolgreich fertig gestellt werden. Die Inbetriebnahme des gesamten HSL Netzes in Belgien ist für 2007 geplant.

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