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Das Paramount Gebäude erreicht mit 39 Stockwerken eine Rekordhöhe im Zentrum von San Francisco

Das Paramount Gebäude erreicht mit 39 Stockwerken eine Rekordhöhe im Zentrum von San Francisco

Das Paramount Gebäude befindet sich im Zentrum von San Francisco, gegenüber dem berühmten Moscone Center und bereichert die weltbekannte Skyline der Stadt. Mit 39 Stockwerken und einer Höhe von 128 m ist es sowohl die höchste Stahlbeton-Konstruktion als auch die höchste Betonrahmenkonstruktion in der Erdbebengefahrzone 4 (ein doppelter Rekord).

In dem Gebäude befinden sich ca. 500 Luxus- Apartments und in den unteren Etagen gibt es Geschäftsräume und eine Tiefgarage. Auf der obersten Etage ist eine Freizeitanlage im Freien eingerichtet.

Die Einmaligkeit dieses Gebäudes besteht darin, dass es zwei technologisch neue Systeme zum optimalen Einsatz in Erdbebengebieten verbindet: Das Hybrid Fertigteilbetonrahmensystem (PHMRF) des Hauptunternehmers und DYWIDAG Ductile Connector (DDC®). Diese Systeme wurden oberhalb des achten Stockwerks eingebaut.

Das PHMRF System wird vorwiegend bei mehrfeldrigen Rahmenkonstruktionen verwendet. Dabei wird für die Verbindung der Stützen- und Riegelfertigteile eine Kombination aus DYWIDAGLitzenspanngliedern ohne Verbund und nachträglich eingemörtelten Bewehrungsstäben verwendet.

Spannstahllitzen (St 1860) werden in das Hüllrohr eingeschoben, das in die Fertigteilriegel einbetoniert ist. Die Verankerungen sind in den Fertigteilstützen untergebracht.

Die DYWIDAG-Litzenspannglieder überspannen sieben Rahmenöffnungen, werden aber auch um die Ecke geführt. Die Führung um die Ecke ist einmalig in diesem Projekt. Diese Technik ermöglichte es, zwei senkrecht zueinander angeordnete Rahmensysteme miteinander zu verbinden. Über und unter den Litzenspanngliedern wurden nachträglich die fugenkreuzenden schlaffen Bewehrungsstäbe in Aussparungen eingemörtelt. Diese verhalten sich während eines Erdbebens duktil, die Litzenspannglieder dagegen bleiben elastisch, wodurch nach Abklingen der Erdbewegungen die Betonrahmen praktisch in ihre ursprüngliche Lage zurückgezogen werden.

Das PHMRF System wurde am 5-stöckigen PRESSS Gebäude an der Universität von Kalifornien, San Diego im September 1999 getestet. Zusätzliche Versuche wurden an der Universität von Washington durchgeführt. Ein besonders interessantes Ergebnis: Während Gebäude normalerweise für Schwankungen von 2 bis 2,5 % der Gebäudehöhe ausgelegt sind, haben die Versuchsergebnisse gezeigt, dass das System Relativverschiebungen von 3,5 bis 4 % mit weniger als 30 % Bruchlastverlusten standhält.

DYWIDAG Ductile Connector (DDC®) wurden auch für den Einsatz in hochgradig erdbebengefährdeten Gebieten getestet und haben eine ICBO Zulassung. DDC® kann für die Verbindung von Stützenfundament und Stützenriegel bei Fertigteilkonstruktionen eingesetzt werden.

Im Falle des Paramount Gebäudes verbinden DDC® Fertigteilstützen mit Ortbetonteilen, indem St 835/1030 DYWIDAG-Gewindespannstäbe in einen speziellen geschmiedeten duktilen Stab eingeschraubt werden. Diese Vorgehensweise wurde bei kürzeren Spannweiten gewählt, wo sie sich als wirtschaftlichere Lösung erwies. Die duktilen Stäbe sind in die Stützen einbetoniert. Sie sollen die während eines Erdbebens auftretenden Kräfte so aufnehmen, dass der umgebende Beton nicht beschädigt wird.

Für die kompletten Bauarbeiten waren 26 Monate anberaumt; die Rahmenkonstruktion war in nur 16 Monaten abgeschlossen. So konnten die Wohn- und Geschäftsräume am 26. Oktober 2001 bezogen werden.

Beide Verbindungssysteme wurden auch bei weiteren Parkhäusern und Bürogebäuden in Kalifornien erfolgreich eingesetzt.

Im Juni 2002 zeichnete die hochkarätige Jury des 2002 PCI Design Award Programmes das Gebäude mit dem Harry H. Edwards Industry Advancement Award aus.

Quelle: Robert Englekirk Ph.D., P.E., S.E. Artikel aus PCI Journal Juli-August, 2002

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