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Neue Hybridturmtechnik in Deutschland: Stabilität in großen Höhen mit Draht EX Spanngliedern

Neue Hybridturmtechnik in Deutschland: Stabilität in großen Höhen mit Draht EX Spanngliedern

Windenergieanlagen werden immer höher gebaut, weil der Wind in höheren Luftschichten stärker und gleichmäßiger weht. Heutzutage erreicht man häufig Nabenhöhen von weit mehr als 100 m. Diese besonders hohen Türme sind sehr großen dynamischen und statischen Lasten ausgesetzt und stellen dadurch spezielle konstruktive Anforderungen. Moderne Windkraftanlagen sind zudem sehr schlank ausgeführt, so dass die verwendeten Bauteile besonders hohe Festigkeiten haben müssen.

Die Max Bögl Wind AG hat sich diesen besonderen Herausforderungen angenommen und neue Hybridtürme entwickelt, für die Fertigteile aus selbstverdichtendem, hochfesten Beton mit einer Festigkeit von bis zu C100/115 zum Einsatz kommen. Der sehr dauerhafte Beton verdichtet sich nach dem Betonieren selbst durch die einwirkende Schwerkraft, so dass herkömmliche und technisch schwer realisierbare Rüttelverfahren entfallen.

Die neuen Hybridtürme bestehen im unteren Teil bis auf eine Höhe von ca. 90 m aus Betonfertigteilen. Der obere Teil der Türme setzt sich aus Stahlbauteilen zusammen, die in konventionellem Stahlbau errichtet werden. Die Betonfertigteile werden entweder als komplette Ringe oder als Halbschalen auf die Baustelle geliefert. Das Sortiment aus konischen und zylindrischen Ringen lässt sich nach einer Art Baukastensystem zu Türmen unterschiedlicher Höhen und Geometrien kombinieren. So können die Hybridtürme flexibel an die individuellen statisch-dynamischen Anforderungen vor Ort angepasst werden.

Die Betonfertigteile werden im Inneren des Windturms mit Hilfe von externen Drahtspanngliedern miteinander verspannt. Die Spannglieder sind am unteren Ende im Spannkeller des Fundamentes verankert. Am oberen Ende dient ein spezieller Ring gleichzeitig als Verankerung für die Spannglieder und als Stahl-Beton-Verbundkonstruktion für den Anschluss des darüber angeordneten Stahlturms.

Nach der Vorspannung der externen Spannglieder wird die erste Stahlsektion auf dem Betonturm aufgesetzt. Die Spannglieder werden mit den im Übergangsstück einbetonierten Ankerstangen kraftschlüssig verschraubt. Im Anschluss daran erfolgt die Fertigstellung des Stahlturms.

Für zwei neue, 143 m hohe Hybridtürme im Windpark Deining entschied sich der Auftragnehmer für den Einsatz von je 20 externen Drahtspanngliedern, Typ SUSPA Systems, Draht EX 82, in Längen von 84,1 m. Pro Turm hatten die Spannglieder eine Gesamttonnage von 41,7 t.

Auch für einen Windpark in Denkendorf lieferte DSI externe Spannglieder zur Verspannung der 3,8 m hohen und 30 cm starken Betonfertigteile, die in einem nahe gelegenen Fertigteilwerk gefertigt wurden. Für die beiden Hybridtürme kamen je 24 Drahtspannglieder, Typ SUSPA Systems, Draht EX 60, in Längen von 80,29 m zum Einsatz. Die nötige Zustimmung im Einzelfall für die Verwendung dieses Systems erteilte die oberste Baubehörde.

Nach der vorgeschriebenen Einsatzzeit von 20 Jahren können die Windkrafttürme wieder demontiert werden. Auch eine Wiederverwendung der einzelnen Bauteile ist möglich.

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