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Autobahn Westrandweg in Amsterdam

Autobahn Westrandweg in Amsterdam

Überblick

Im westlichen Hafengebiet von Amsterdam entsteht derzeit der Westrandweg - eine 10 km lange Autobahn, die die Verkehrssituation in diesem Gebiet erheblich verbessern und den zweiten Coen-Tunnel mit der Kreuzung der Autobahnen A5 und A9 bei Rasdorp verbinden wird. Der Westrandweg wird überwiegend ebenerdig ausgeführt, weist aber auch mehrere erhöhte Querungen über Straßen, Kanäle und Bahnstrecken auf. Die spektakulärste Überführung ist die so genannte KW 520, ein über 3 km langes Viadukt, das in 12 m Höhe verläuft und nach seiner Fertigstellung das längste Viadukt der Niederlande sein wird. Auch beim Viadukt KW 511 handelt es sich um ein besonderes Bauwerk: es ist das Viadukt mit den längsten vorgespannten Fertigteil-Hohlkastenträgern, die je in den Niederlanden zum Einsatz kamen.

Konzeption des Viadukts KW 520

Die beiden Brückendecks der KW 520 sind 27,5 m breit, nehmen jeweils zwei Verkehrsspuren mit zusätzlichen Standspuren auf und bestehen aus zehn vorgespannten Fertigteilsegmenten aus Beton. Die Elemente lagern auf auskragenden Querbalken aus Ortbeton, die auf den Pfeilern aufliegen. Die Fundamente unter den Pfeilern sind auf Pfählen gegründet, und die Spannweite zwischen den Pfeilern beträgt 44 m. Die einzelnen Pfeiler sind 6 m breit und die seitlichen Auskragungen haben eine Länge von beinahe 11 m. Um die Tragfähigkeit der seitlichen Auskragungen zu gewährleisten, wurden 13 DYWIDAG-Spannglieder mit 19 Litzen, Ø 15,7 mm, St 1860 N/mm², installiert. Die Spannanker wurden mit MA-Verankerungen, 6819 und die Festanker mit Verbundverankerungen ausgeführt.

Spanbeton, der Marktführer für vorgespannte Fertigteilsegmente in den Niederlanden, entwickelte für dieses Projekt einen neuen Typ von Fertigteilträgern. Die so genannten PIQ-Träger haben an ihrer Unterseite auf beiden Seiten breite Ausleger. So konnte ein Brückendeck mit acht je 2,8 m breiten Fertigteilträgern in der Mitte und zwei kleineren Fertigteilträgern auf beiden Seiten gebaut werden.

Die Standard-Segmente sind 42 m lang und wiegen ca. 145 t. Da die Elemente nur 1,45 m hoch sind, konnten die beiden Brückenbauwerke sehr schlank ausgeführt werden. Zwischen den Fertigteilträgern wurde ein 0,3 m dickes und 1 m breites Brückendeck aus Ortbeton betoniert. Um eine optimale Stabilität des Brückendecks zu erreichen, wurden jeweils acht Fertigteilsegmente in Querrichtung mit 28 DYWIDAG-Spanngliedern mit 8 Litzen, Ø 15,7 mm, St 1860 N/mm², vorgespannt.

Bauverfahren für die Brücke KW 520
Um die Fertigstellung eines Brückenfeldes pro Woche zu ermöglichen, wurden für die auskragenden Querträger sechs Gussformen verwendet. Die Bewehrungskörbe mit den Querspanngliedern wurden in einer Feldfabrik vorgefertigt und mit Hilfe von Kränen in der Schalung installiert. Nach dem Betonieren spannte man die Spannglieder in drei Schritten vor:

  • Teilvorspannung zwei Tage nach dem Betonieren, um ein Entfernen des Gerüsts und der Schalung zu ermöglichen

  • Ca. eine Woche später wurden zehn Spannglieder auf 100% ihrer Spannkraft vorgespannt, damit auf der einen Seite des Pfeilers die Fertigteilsegmente montiert werden konnten

  • Nach der Installation der Fertigteilsegmente auf der einen Seite erfolgte die Vorspannung der drei verbliebenen Spannglieder auf ihre endgültige Spannkraft, und die Fertigteilsegmente für das nächste Brückenfeld konnten platziert werden

Spanbeton produzierte in ihrem Werk in Koudekerk pro Tag zwei neue PIQ-Fertigteilsegmente, die jeweils in der gleichen Nacht auf speziellen Transportern zu einem temporären Lagerplatz in Amsterdam gebracht wurden. Um die Fertigteilsegmente in die Brückenfelder einzuheben, war eine spezielle Hubvorrichtung notwendig. Dank dieser Baumethode konnte der Bau der Brücke zügig durchgeführt werden, und Beeinträchtigungen im Stadtverkehr wurden gleichzeitig auf ein Minimum reduziert.

Der wöchentliche Bauzyklus gestaltete sich wie folgt:

  • Dienstag: Installation der PIQ-Hohlkastenträger

  • Mittwoch: Installation der Schalung, der Bewehrung und der Hüllrohre der Spannglieder für die aus Ortbeton bestehenden Teile des Brückendecks

  • Donnerstag: Einschieben der Litzen und Installation der SD-Plattenverankerungen für die in Querrichtung verlaufenden Spannglieder

  • Freitag: Betonieren der zwischen den Hohlkastenträgern liegenden Teile des Brückendecks

  • Montag: Vorspannung der Spannglieder in Querrichtung

SKK-Träger für das Viadukt KW 511

Für den Bau der Brücke KW 511 trieb Spanbeton die Weiterentwicklung der Fertigteil-Hohlkastenträger Typ SKK weiter voran und erreichte eine Rekordlänge von 61,75 m. Die Träger sind ca. 1,2 m breit, 1,85 m hoch und wiegen ca. 160 t. Der Transport dieser Träger per Lastwagen von der Fabrik in Koudekerk nach Amsterdam sorgte für Aufsehen. In zwei Tagen wurden 25 Hohlkastenträger mit Hilfe schwerer mobiler Kräne eingehoben. DSI installierte, spannte und verpresste 70 Querspannglieder mit jeweils neun Litzen, Ø 15,7 mm, St 1860 N/mm². Dank der außergewöhnlich langen Hohlkastenträger musste der Ringvaart-Kanal lediglich fünf Tage lang für den Schiffsverkehr gesperrt werden.

Schlussbemerkung

Im Rahmen der erfolgreichen Kooperation zwischen Van Hattum en Blankevoort, Spanbeton und DSI wurden für dieses anspruchsvolle Bauprojekt wirtschaftlich attraktive Konstruktionslösungen entwickelt.

Die Westrandweg-Autobahn wird voraussichtlich Ende 2012 fertiggestellt. DSI ist stolz darauf, zu den Neuentwicklungen im Bereich schlanker Betonfertigteil-Viadukte mit großen Spannweiten beigetragen zu haben.

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