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Die Spezialgründungen der neuen Hungerburgbahn, Innsbruck, Österreich

Die Spezialgründungen der neuen Hungerburgbahn, Innsbruck, Österreich

Sicherung und Gründung durch GEWI®-Pfähle und DYWI® Drill Hohlstab-Systeme

Projekt
Nach ausführlicher Prüfung verschiedener Projektlösungen beschloss der Innsbrucker Stadtrat im Jahr 2005, eine neue Standseilbahntrasse vom Kongresszentrum nahe des Stadtzentrums zum Stadtteil Hungerburg zu errichten. Die bestehende Nordkettenbahn, die von der Hungerburg auf das Hafelekar, den höchsten Berg im Karwendelgebirge, führt, wurde einschließlich ihrer Haltestellen ebenfalls vollständig saniert.

Die Realisierung dieser Lösung erforderte jedoch ein Public Private Partnership-Modell (PPP), da die Stadt die Gesamtkosten von ca. 50 Millionen Euro nicht aufbringen konnte.

Die architektonische Herausforderung bestand darin, die historischen Gebäude weitgehend zu erhalten und die Stationen gleichzeitig in eine moderne, in Natur und Landschaft eingebettete Form zu bringen.

Spezialgründungen mit Mikropfählen
Die schwierigen Boden- und Wasserverhältnisse in Verbindung mit der Steilheit des Geländes erforderten den Einsatz spezieller Verfahren und Mikropfahlsysteme für die Gründung einiger Gebäude und Brücken.

Station Congress
Das Fundament liegt in einer Tiefe von ca. 5 bis 7 m, der errechnete Grundwasserspiegel in einer Tiefe von 1 m unter Geländeoberkante. Die Haltestelle musste gegen Auftrieb gesichert werden. Aufgrund der beengten Raumverhältnisse und um eine angemessene Verteilung der Auftriebspfähle zu erzielen, wurde eine Mikropfahllösung - geeignet für kleines Bohrgerät - gewählt. Der Boden bestand aus Sedimenten des Inns: leicht bis mittelschluffiger, sandiger Kies mit Steinen mit einem Durchmesser von 300 bis 400 mm. Doppelt korrosionsgeschützte GEWI®-Pfähle mit einem Stahldurchmesser von 40 und 50 mm wurden eingebaut. Die Nutzlast der Pfähle lag zwischen 345 und 540 kN bei Pfahllängen von 6 bis 9 m.

Station Alpenzoo
Aufgrund der Steilheit des Geländes konnte das Fundament dieser Haltestelle nicht auf konventionelle Weise ausgehoben werden. Um das Fundamentniveau zu erreichen, mussten sehr hohe Nagelwände errichtet werden. Der auf die Stützkonstruktion einwirkende Erddruck musste unberücksichtigt bleiben, daher wurden sowohl die Nagelwände als auch die Mikropfähle für einen dauerhaften Einsatz bemessen. Aufgrund des Installationsprinzips der DYWI® Drill-Hohlstäbe (unverrohrt, nur der während des Bohrvorgangs eingebrachte Zementmörtel dient als Korrosionsschutz) wurde in der Entwurfsberechnung eine Lastreduzierung durch Abrostung berücksichtigt. Das bedeutet, dass die Bruchlast eines Standard-DYWI® Drill-Pfahls des Typs R 51 N 800 kN beträgt. Die reduzierte Bruchlast beträgt 721 kN unter Berücksichtigung einer Abrostrate von 1,0 mm an der Staboberfläche über einen Zeitraum von 50 Jahren. An dieser Stelle bestand der Boden bis zu einer großen Tiefe aus dichtem, schluffigen Sand. Die Nutzlasten des Pfahls lagen bei ca. 480  N bei Pfahllängen von 6 bis 12 m. Die Pfähle wurden mit Wechsellast bemessen und mussten in unterschiedlichen Winkeln von bis zu 45° eingebohrt werden.

Trasse zwischen den Stationen Alpenzoo und Hungerburg
In diesem Abschnitt verläuft die Trasse großteils über eine Stahlbrückenkonstruktion bis zur Station Hungerburg. Es wurden die gleichen Bodenbedingungen vorgefunden wie im Abschnitt Station Alpenzoo beschrieben: dichter, schluffiger Sand, teilweise mit Kies. Daher wurden die Brückenpfeiler ebenfalls auf Mikropfählen Typ DYWI® Drill-Pfahl R51 N mit Längen von 5 bis 8 m gegründet.

Schlussfolgerung
Das höchst anspruchsvolle Bauprojekt der neuen Hungerburgbahn in Innsbruck, Österreich, ist beispielhaft für die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von GEWI®- Pfählen und DYWI® Drill Hohlstäben als Mikropfähle. Diese Mikropfähle haben sich als vielseitig einsetzbar für verschiedenste Gründungs-, Stabilisierungs- und Verankerungsprojekte im urbanen wie auch alpinen Bereich erwiesen. Gründungen können in fast allen Bodenbedingungen, auch in felsigem Boden und schwierigem Gelände, mit leichten Bohrgeräten ausgeführt werden. Technische Vorteile und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sind weitere Vorzüge dieser Systeme.

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