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DYWIDAG-Schrägseiltechnik mit Verbund-Verankerung: Die Ústí nad Labem Brücke

DYWIDAG-Schrägseiltechnik mit Verbund-Verankerung: Die Ústí nad Labem Brücke

Die eindrucksvolle Flußüberquerung an der tschechischen Elbe stellt ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Anwendung des DYWIDAG-Schrägseilsystems mit Bond-Socket-Verankerung dar. Mit dieser hochentwickelten Verbundverankerung werden die höchsten Anforderungen an Korrosionsschutz und Ermüdungsfestigkeit optimal erfüllt.

Mit dieser Brücke erhält die 100.000 Einwohner-Stadt Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe) eine zweite Flußüberquerung und erstmals eine direkte Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und anderen Stadtteilen auf dem gegenüberliegenden Ufer. Es handelt sich um eine asymmetrische Schrägseilbrücke mit Spannweiten von 123,3 m und 55,5 m und einem in Längs- und Querrichtung geneigten Pylon von 60 m Höhe ab Straßenoberfläche. Der 24 m breite Stahl-Überbau wird von 30, in zwei Ebenen halbfächerförmig angeordneten DYWIDAG-Schrägseilen getragen, die in der oberen Hälfte des Pylons verankert sind. Bei der Planung dieser Brücke mußten ganz besondere Bedingungen berücksichtigt werden: So führte vor allem eine Felswand (der sogenannte „Marienfels“) am westlichen Flußufer zu der Notwendigkeit, die Konstruktion so leicht wie möglich zu halten und die Hauptmasse der Brücke am anderen Flußufer zu konzentrieren. Der Überbau ist in der Hauptspannweite als orthotrope Stahlkonstruktion mit Minimalgewicht ausgebildet, die beiden Brückenrampen sind Stahl-Beton-Verbundkonstruktionen.

Das Schrägseilsystem besteht aus 18 DYWIDAG-Schrägseilen 5 bis 11-0.62" (St 1570/1770) mit Verankerung Typ C12 sowie 12 DYWIDAG-Schrägseilen 14 bis 19-0.62" mit Verankerung Typ C19.

  • Die Verankerungszone in jedem Seil besteht aus einem Ankerkopf mit Gewinde, Ringmutter und Verankerungsplatte und einer Verbundlänge mit trompetenförmigem Socket mit Zementmörtelfüllung. Der Verbund zwischen Litzen und Zementmörtel im Bond-Socket ermöglicht, neben einem sicheren Korrosionsschutz im Ankerkopfbereich, daß ein bedeutender Teil der dynamischen Kräfte des Seils direkt über den Bond-Socket in die Verankerungsplatte übertragen wird. Auf diese Weise erreichen nur etwa 50% der dynamischen Kräfte die Verankerungskeile mit dem Ergebnis einer erhöhten Ermüdungsfestigkeit der Verankerung.
  • In der freien Länge sind die galvanisierten, mit Wachs-Korrosionschutzmasse versehenen und einzeln PE-ummantelten Litzen von einem äußeren schwarzen HDPE-Rohr umhüllt.

Die Montage der Schrägseile erfolgte nach dem bewährten DYWIDAG-Verfahren, das zum ersten Mal bei der 1986 gebauten Quincy-Brücke über den Mississippi, USA, angewandt wurde:

  • Verschweißen der Verrohrung in erforderlicher Länge auf dem Brückendeck
  • Ablängen, Abmanteln und Säubern der Litzen im Bereich der Verankerungen
  • Hochheben der Verrohrung mit Hilfe einer Zugwinde, Fixierung durch Traglitzen
  • Einschieben der restlichen Einzellitzen in die bereits positionierte Verrohrung
  • Fixieren der Einzellitzen mit Keilen in den Verankerungen.

Die Vorspannung erfolgte mit der DYWIDAG-Spannpresse HOZ 3000 für Seilbündel bis zu 12 Litzen und mit der HOZ 4000 bis zu 19 Litzen. Die Spannkraft kann während der Lebensdauer der Brücke jederzeit reguliert werden. Außerdem können die Schrägseile bei eventuellen Beschädigungen ausgetauscht werden.

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