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DYWIDAG-Technologie zur Instandsetzung einer Eisenbahnbrücke unter Verkehr

DYWIDAG-Technologie zur Instandsetzung einer Eisenbahnbrücke unter Verkehr

Die Eisenbahnbrücke befindet sich auf der Anlage des DUFERCO-CLABECQ Konzerns, überquert den Brüssel-Charleroi Kanal und verbindet den Schmelzhochofen mit dem Stahlwerk und den Roll- und Schmiedeanlagen.

Die Brücke aus dem Jahr 1961 ist ein einfeldiger, vorgespannter Beton-Hohlkastenträger mit einer Spannweite von 53,4 m. Der Auftraggeber war besonders um die beiden Widerlager besorgt, die seit einigen Jahren Korrosionsschäden aufweisen. Diese Schäden erforderten bereits temporäre Verstärkungsmaßnahmen am Widerlager Clabecq. Verschiedene Planstudien überzeugten den Besitzer vom dringlichen Sanierungsbedarf, um das Gesamtbauwerk wieder auf ein akzeptables Sicherheitsniveau zu bringen. Die Instandsetzungsmaßnahmen sollten unter Verkehr stattfinden, um die Arbeit des benachbarten Stahlwerkes nicht zu beeinträchtigen. Lediglich eine 2-wöchige Vollsperrung während Wartungsarbeiten an der Hochofenanlage wurde zugestanden.

Neben den alten Widerlagern sind Ersatzgründungsbauwerke auf Pfahlgründungen erstellt worden. Die Brücke wurde beidseitig um ca. 14 m mit gelenkig angeschlossenen Stahlbetonfeldern verlängert. Der ursprüngliche Einfeldträger mit 53,5 m Spannweite wurde in einen Dreifeldträger mit Gerber-Gelenken und Spannweiten von 23,5 - 42,5 - 17,5 m umgebaut. Für diese Umwandlung mussten alle zugänglichen Spannglieder neu geführt werden. So entstand eine bemerkenswerte Lösung hinsichtlich Planung, Ausführung, Organisation und Logistik vor dem Hintergrund des ununterbrochenen Anlagenschwerverkehrs auf der Schiene und dem Fährverkehr auf dem Kanal.

Es kamen dabei die folgenden speziellen Bausysteme zur Anwendung:

  • Der Ersatz der beschädigten externen Spannglieder durch 8 DYWIDAG-Externe Spannglieder 15 x 0,62" Typ W mit gefetteten und PE-ummantelten Litzen,
  • Die Verwendung von DYWIDAG-Spannstäben für einzelne vertikale und horizontale Bewehrung,
  • Der Gebrauch von GEWI®-Stäben als passive Anker
  • Die Anwendung einer patentierten Injiziertechnik zur korrosionsschützenden Verpressung der Spannglieder

Die interne und externe Vorspannung dieses Bauwerkes aus dem Jahre 1961 wurde damals mit 12 Spanndrähten mit jeweils 7 mm Durchmesser ausgeführt. Das sichtbare Korrosionsausmaß an den Drähten zusätzlich zur Feststellung diverser schlecht- oder unverpresster Bereiche erhöhte die Dringlichkeit der Instandsetzungsarbeiten.

Die fortschreitende Korrosion der existierenden Spannelemente wurde mit Hilfe des patentierten "PMD-ATEAV” Verfahrens gestoppt. Die Spannglieder werden dabei in regelmäßigen Abständen angebohrt. Mit einer Hochfrequenz-Wechselpumpe wird die Inhibitorlösung unter niedrigem Druck mit einem pulsierenden Strom in den Zementstein innerhalb des Hüllrohres eingebracht. Diese Ultraschall-Druckveränderungen durchdringen das Porengefüge des erhärteten Zementsteins bis zur vollständigen Sättigung des Porenraums mit Injiziermittel. Dabei werden Zeitmessungen über das Wandern des Injektionsgutes vom Injizierpunkt zu bestimmten Inspektionspunkten durchgeführt. Die Geschwindigkeit der Inhibitorlösung läßt Rückschlüsse auf das Porengefüge und die Dichtigkeit des Zementsteins zu. Nach der Injizierung mit der Inhibitorlösung wird zusätzlich mit klassischer Nachverpresstechnik eine mikrofeine Zementmilch in die Hohlräume innerhalb und um die Litzen herum injiziert. So werden Risse und Injektionsfehlstellen verpresst. Damit ist ein Optimum an Schutz für die angegriffenen Litzen gewährleistet.

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